Kyffhäuserkreis
Der Kyffhäuserkreis liegt im Norden Thüringens und wird durch eine Kombination aus ländlichen Strukturen, historischer Bedeutung und landschaftlichen Besonderheiten geprägt. Zentral ist das Kyffhäusergebirge mit dem Kyffhäuser-Denkmal als bekanntem Wahrzeichen, das touristisch eine überregionale Rolle spielt. Die Städte Bad Frankenhausen und Sondershausen übernehmen Funktionen als Verwaltungs-, Kultur- und Versorgungszentren. Wirtschaftlich ist der Kreis breit aufgestellt: Traditionelle Branchen wie Landwirtschaft, Handwerk und Bergbauhistorie treffen auf Industrie- und Dienstleistungsbetriebe, Logistik sowie kleinere Hightech- und Mittelstandsunternehmen. Verkehrsseitig bestehen Anbindungen über Bundesstraßen in Richtung Erfurt, Nordhausen und Halle/Leipzig, während Bahnverbindungen den regionalen Verkehr ergänzen. Freizeitangebote reichen von Natur- und Geoparks über Museen und Thermen bis zu Kulturveranstaltungen. Insgesamt vereint der Kyffhäuserkreis historisches Erbe, landschaftliche Eigenart und funktionale regionale Infrastruktur in einem überwiegend ländlich geprägten Umfeld.
Der Planungsbereich Kyffhäuserkreis beinhaltet folgende Regionen:
Roßleben-Wiehe - Sondershausen - Bad Frankenhausen
Roßleben-Wiehe
Steckbrief
- Landkreis Kyffhäuserkreis
- Einwohnerzahl: 7.000 Einwohner
Roßleben-Wiehe ist eine ländliche Kleinstadt im Kyffhäuserkreis, die sich entlang des Unstruttals erstreckt und mehrere Ortsteile zu einer funktionalen Einheit verbindet. Die Region lebt von einer Mischung aus Landschaft, kleinem Gewerbe, Grundversorgung und traditionellen Strukturen: Vereine, Freibäder, Feste und soziale Treffpunkte bilden den sozialen Kitt. Wirtschaftlich gibt es Handwerk, Dienstleistung, Landwirtschaft, kleinere Industriebetriebe und Pendlerströme in die umliegenden Städte; höhere Versorgung wird in Artern, Bad Frankenhausen oder Kölleda abgedeckt. Die historische Klosterschule setzt einen ungewöhnlichen Bildungsakzent, touristisch wirken die Weinregion Saale-Unstrut, Unstrut-Radweg, Kanutouren und die waldreichen Höhen der Hohen Schrecke. Insgesamt vermittelt der Ort ein ruhiges, bodenständiges und strukturiertes Lebensgefühl mit starker lokaler Identität, das sich eher an Familien, Naturnutzer und Menschen richtet, die bewusst außerhalb urbaner Zentren leben wollen.
Roßleben-Wiehe ist eine Landgemeinde im Kyffhäuserkreis mit rund 7.000 Einwohnern. Sie liegt ganz im Osten Nordthüringens, direkt an der Grenze zu Sachsen-Anhalt, zwischen Kyffhäusergebirge und Saale-Unstrut-Weinregion. Das Stadtgebiet wird von der Unstrut durchschnitten, was landschaftlich viel ausmacht: Auen, Rad- und Wasserwege statt nur Felder. Die 10 Ortsteile (u.a. Roßleben, Wiehe, Bottendorf, Donndorf, Schönewerda, Kloster Donndorf) verteilen sich entlang des Unstruttals und Richtung Ziegelrodaer Forst, Hohe Schrecke und Finne. Topografisch ist das Ganze eher sanft-hügelig auf ca. 140 m Höhe, mit viel Agrarland und kleineren Waldflächen. Das Klima ist trocken-mild, was u.a. den Weinbau im angrenzenden Saale-Unstrut-Gebiet ermöglicht und auch für Radfahren und Wandern fast ganzjährig funktioniert.
Für eine Landgemeinde ist die Kita-Dichte relativ hoch: Unter dem Dach der Stadt laufen mehrere Einrichtungen – z.B. die integrative Kita „Gänseblümchen“ in Roßleben (Kapazität bis ca. 140 Kinder, inkl. Plätzen für Kinder mit besonderem Förderbedarf), die „Sonnenschein“ in Bottendorf, „Bummi“ in Donndorf (ca. 35 Plätze, 6–16 Uhr), „Tausendschön“ in Schönewerda sowie „Löwenzahn“ im OT Wiehe. Betreuungszeiten liegen typischerweise zwischen 6 und 16/17 Uhr, was auch für Schichtdienst im nahen Kali-Bergbau bzw. im Gesundheits- und Pflegebereich praktikabel ist. Thüringen gewährt ab dem 1. Geburtstag einen Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung; die Anmeldung läuft vor Ort oder über das Thüringer Serviceportal. Ergänzend gibt es zwei staatliche Grundschulen, eine Regelschule und als besonderes Brett die traditionsreiche Klosterschule Roßleben (Gymnasium mit Internat), die für ältere Kinder ein sehr spezielles Umfeld bietet.
Bahnseitig liegt die Stadt an der Unstrutbahn, allerdings ohne regulären Personenverkehr; die Strecke wird nur noch für Sonderzüge nach Naumburg genutzt. Rückgrat des ÖPNV sind daher Buslinien der Verkehrsgesellschaft Südharz: VGS 481 (Artern–Roßleben–Ziegelroda) und VGS 482 (Roßleben-Wiehe–Artern/Heldrungen) verbinden die Ortsteile mit Artern Bahnhof, wo wiederum Anschlüsse Richtung Erfurt, Halle u.a. bestehen. Die Busse fahren werktags im groben 60–180-Minuten-Takt; zwischen Roßleben Schulplatz und Wiehe Markt gibt es Direktfahrten im Bereich 6–18 Uhr, Fahrtzeit etwa sechs Minuten. Vor Ort findest du Wochenmarkt, Einzelhandel, medizinische Einrichtungen, Bürgerzentrum und Touristinfo zentral in Roßleben; klassische Facharzt- und Einkaufstouren gehen eher nach Artern, Bad Frankenhausen oder Kölleda. Für den Alltag brauchst du also meist ein Auto, aber du bist zumindest bus- und radtechnisch nicht komplett abgehängt.
Roßleben-Wiehe spielt seine Stärke ganz klar über Landschaft + Freizeit aus. Direkt durch den Ort laufen Unstrut-Radweg und Wasserwanderrouten; Kanutouren auf der Unstrut, Radstrecken Richtung Kyffhäuser oder in die Saale-Unstrut-Weinberge sind Standardangebote. Mit Hoher Schrecke, Bottendorfer Hügeln und Ziegelrodaer Forst hast du mehrere große, relativ unzerschnittene Waldgebiete mit gut ausgebauten Wanderwegen in Reichweite. Im Sommer sorgen Freibad Roßleben und das Familienbad Hohe Schrecke in Wiehe für Wasser- und Familienprogramm. Kulturell sind die Modelleisenbahn-Erlebniswelt „Kultur mit Pfiff“ in Wiehe und Schloss Wiehe überregional bekannt; dazu kommt die Klosterschule als historischer Bildungsstandort. Für Leute, die „ruhig, grün, aber nicht tot“ suchen, ist das ein ziemlich solider Mix.
Das soziale Leben ist für eine Kleinstadt erstaunlich dicht: Es gibt eine lange Liste von Vereinen – vom Familienbad Hohe Schrecke e.V. über Fördervereine für Schulen, Kirchen und Schloss, Imker- und Kleingartenvereine, eine Schalmeienkapelle, Schützen- und Kaninchenzüchterverein bis hin zu diversen Sportvereinen. Dazu kommen die klassischen Dorf-Feste: Lindenfest in Donndorf, Bartolomäusmarkt in Wiehe, mehrere Kirmessen und Weihnachtsmärkte in fast jedem Ortsteil; die Stadt ist kalendertechnisch erstaunlich voll. Das Mehrgenerationenhaus im Bürgerzentrum fungiert als sozialer Treffpunkt mit Angeboten von Krabbelgruppe bis Seniorenkreis, den die Kommune aktiv mitfinanziert. Soziale Infrastruktur ist also eher „analog & nachbarschaftlich“ geprägt – dafür kennt man sich, und wer will, findet ziemlich schnell Anschluss über Vereine, Kirche oder Sport.
Roßleben-Wiehe hängt in mehrere Förderstränge: Zum einen ist die Stadt Teil von Dorferneuerungs- und Strukturprogrammen, die u.a. private und gewerbliche Bauvorhaben, Ortskernsanierungen und energetische Modernisierungen in den Ortsteilen fördern; explizit genannt wird z.B. Gehofen/Roßleben-Wiehe in einem Dorferneuerungsprogramm. Zweitens nutzt die Kommune Landes- und Bundesmittel, um soziale Infrastruktur wie das Mehrgenerationenhaus dauerhaft zu bezuschussen – hier wurden die städtischen Zuschüsse 2022 wegen steigender Kosten sogar erhöht. Für Vereine und Projekte stehen Töpfe über den Kyffhäuserkreis zur Verfügung, etwa Ehrenamtsförderung, Kulturprojekte im ländlichen Raum und Sportförderung (z.B. Zuschüsse für Infrastruktur des SV Kali Roßleben). Zusätzlich können Kommunen und Vereine im Kyffhäuserkreis sich regelmäßig auf projektbezogene Fördermittel (z.B. ein 200.000-€-Topf 2024) bewerben. Konkrete Konditionen hängen natürlich vom jeweiligen Projekt und Programm ab, aber es gibt klar erkennbare Förderstrukturen.
Sondershausen
Steckbrief
- Landkreis Kyffhäuserkreis
- Einwohnerzahl: 20.000 Einwohner
Sondershausen ist die Kreisstadt des Kyffhäuserkreises und verbindet Verwaltung, Kultur und Industrie in einem regionalen Zentrum. Historisch geprägt durch das ehemalige Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen, zeigen Schlossanlagen, Museen und denkmalgeschützte Ensembles die frühere politische und kulturelle Bedeutung. Bekannt ist außerdem das Erlebnisbergwerk Sondershausen, das die Bergbaugeschichte der Region repräsentiert und touristisch genutzt wird. Wirtschaftlich verfügt die Stadt über eine Mischung aus Industriebetrieben, mittelständischen Unternehmen, Handwerk und Dienstleistungen, ergänzt durch Verwaltungs- und Bildungseinrichtungen. Die Lage entlang wichtiger Bundesstraßen ermöglicht Verkehrsbezüge Richtung Nordhausen, Erfurt und Bad Frankenhausen, während Bahnverbindungen den Regionalverkehr ergänzen. Freizeit- und Kulturangebote werden durch Musikschule, Theater, Festivals und Sport ergänzt. Insgesamt übernimmt Sondershausen eine zentrale Rolle im Kreis-gefüge, indem es Verwaltung, Versorgung, Arbeitsplätze und Kultur in einem funktionalen städtischen Umfeld bündelt.
Sondershausen liegt im Nordthüringer Raum, zentral im Kyffhäuserkreis, und hat rund 20.000 Einwohner. Das Stadtgebiet umfasst über 200 km² und gehört damit zu den flächenmäßig größten Städten Thüringens. Es liegt im Tal der Wipper, eingebettet zwischen dem Hainleite-Höhenzug im Süden (bis rund 465 m) und den Vorbergen des Kyffhäuser im Norden. Die Innenstadt liegt etwa auf 180–200 m Höhe, die umliegenden Höhenlagen erreichen teils über 400 m. Sondershausen gliedert sich in mehrere Ortsteile, u. a. Berka, Schernberg, Großfurra und Hohenebra. Die Lage begünstigt sowohl Naherholung als auch Landwirtschaft. Verkehrlich liegt die Stadt zwischen Erfurt (ca. 50 km), Nordhausen (ca. 35 km) und Sangerhausen (ca. 30 km). Die Mischung aus Becken- und Höhenzügen sowie die Nähe zum Kyffhäusergebirge verleiht Sondershausen markante geografische Profile.
Sondershausen verfügt über eine vollständige kommunale Bildungs- und Betreuungsstruktur. Die Stadt bietet mehrere Kindertagesstätten, darunter städtische Einrichtungen wie „Anne Frank“, „Haus der kleinen Freunde“ sowie kirchliche und freie Träger. Insgesamt bestehen mehrere hundert Betreuungsplätze in Krippe, Kindergarten und Hort; die Platzvergabe erfolgt dezentral über die jeweiligen Träger. Schulisch besitzt Sondershausen ein gut ausgebautes Angebot: Neben mehreren Grundschulen existieren eine Regelschule, die Regelschule „Altstadt“, das Geschwister-Scholl-Gymnasium sowie eine Förderschule und ein Staatliches Berufsbildungszentrum mit gewerblich-technischen Bildungsgängen. Ergänzend besteht eine Musikschule mit tradierten Ensembles und Orchestergruppen, die aufgrund der regionalen Kulturgeschichte eine besondere Rolle einnimmt. Die Wege zwischen Wohngebieten, Schulen und Sportanlagen sind meist kurz und durch ÖPNV-Schülerverkehr angebunden.
Der ÖPNV wird vor allem über das Busnetz im Kyffhäuserkreis organisiert. Zentraler Verkehrsknoten ist der Busbahnhof Sondershausen, von wo aus regionale Linien nach Nordhausen, Bad Frankenhausen, Greußen, Ebeleben und umliegende Ortsteile verkehren. Linien wie die 450, 451, 452, 453, 454 und 457 verbinden die Stadt alltagsrelevant mit dem Umland; Schülerverkehr wird ergänzend im dichten Takt gefahren. Schienenverkehr besteht über den Bahnhof Sondershausen mit Anschluss nach Erfurt – Nordhausen (STB/RB) meist im Stundentakt. Über Straße ist Sondershausen über die B4 und die B249 angebunden; die A38 erreicht man in ca. 20–25 Minuten bei Nordhausen. Innerstädtisch sorgen Buslinien und Haltepunkte an Schulen, Kliniken und Wohngebieten für Grundmobilität. Kombiniert ermöglicht das System funktionale Erreichbarkeit für Pendler, Schüler und Senioren sowie Anbindung an überregionale Verkehrsachsen.
Sondershausen besitzt ein markantes kulturhistorisches Profil: Schloss Sondershausen zählt zu den bedeutendsten barocken Schlossanlagen Thüringens und beherbergt Orchestertradition, Museen und Veranstaltungsräume. Die Stadt war zudem Zentrum des Kalibergbaus, wodurch industrielle Identität und Besucherbergwerk entstanden. Landschaftlich liegt Sondershausen zwischen Kyffhäusergebirge und Hainleite, was Wanderwege, Aussichtspunkte und Radstrecken ermöglicht. Durch die Nähe zu Städten wie Erfurt und Nordhausen ist die Region sowohl per Pendelverkehr als auch kulturell vernetzt. Wohnstrukturen sind vergleichsweise günstig und familienfreundlich; Gewerbegebiete bieten Arbeitsplätze im industriellen und mittleren Dienstleistungssektor. Diese Mischung aus kultureller Substanz, Naturzugang und funktionaler Erreichbarkeit macht den Standort attraktiv für Familien, Ruhesuchende und Arbeitskräfte.
Das soziale Leben ist stark von Vereinen, Musik- und Kulturinitiativen geprägt. Sondershausen hat eine lange Orchester- und Musiktradition, die bis ins 16. Jahrhundert reicht und bis heute Musikschulorchester, Ensembles und regionale Aufführungen hervorbringt. Sportvereine (Fußball, Handball, Leichtathletik, Schützen, Tennis) bieten regelmäßige Trainings- und Begegnungsräume. Jahresfeste, Märkte und Kulturveranstaltungen im Schlossareal schaffen generationsübergreifende Begegnungspunkte. Familien werden über Eltern-Kind-Treffs, Horte und Jugendtreffs eingebunden; Seniorenarbeit erfolgt über Vereine, Kirchen und Begegnungszentren. Die Netzwerke sind lokal stark verankert; soziale Kontakte entstehen sowohl strukturiert über Vereinsarbeit als auch informell im Alltag, im Bildungsbereich und über kulturelle Veranstaltungen.
Die Stadt Sondershausen bietet kommunale Zuschussprogramme für Vereine, Kultur, Sport, Jugend- und Senioreninstitutionen. Über die Stadtverwaltung können Vereine projektbezogene Mittel beantragen, z. B. für Veranstaltungen, Ausstattung oder infrastrukturelle Bedarfe. Zusätzlich werden Maßnahmen über externe Programme kofinanziert, darunter Städtebauförderung, EFRE-Programme, Kulturförderung Thüringen, Sportförderung u. a. Die Stadt berät Unternehmen über die kommunale Wirtschaftsförderung hinsichtlich Förderprogrammen des Landes Thüringen (z. B. über die LEG), des Bundes oder der EU, etwa zu Investitionen, Innovation, Energieeffizienz oder Standortentwicklung. Quartiersprojekte, Kulturprojekte und soziale Initiativen können ebenfalls Mittel abrufen. Das System erlaubt sowohl Mikroförderung im Quartier als auch größere Förderung im Städtebau.
Bad Frankenhausen
Steckbrief
- Landkreis Kyffhäuserkreis
- Einwohnerzahl: 9.200 Einwohner
Bad Frankenhausen ist ein staatlich anerkanntes Soleheilbad am Südhang des Kyffhäusergebirges und spielt touristisch wie rehabilitativ eine bedeutende Rolle. Die Stadt ist bekannt für ihre Heilquellen, Kur- und Rehaeinrichtungen sowie das Panorama-Museum mit dem monumentalen Bauernkriegspanorama, welches kulturell überregionale Strahlkraft besitzt. Das Kyffhäuser-Denkmal und weitere Ziele in der Region stärken den Tourismus zusätzlich. Historische Altstadtbereiche, Kurpark und Gesundheitsangebote verbinden sich mit kleinstädtischem Handel und Dienstleistungen. Die wirtschaftliche Struktur ist mittelständisch geprägt, ergänzt durch Gesundheitswirtschaft, Therapiezentren, Tourismus, Handwerk und Gastronomie. Verkehrsbezüge bestehen über Bundesstraßen in Richtung Sondershausen, Artern und Erfurt sowie in Richtung A38 über den nördlichen Raum. Insgesamt vereint Bad Frankenhausen Gesundheits- und Kurprofil, kulturelle Besonderheiten und landschaftliche Reize in einem regionalen Zentrum mit heilbadtypischer Ausrichtung.
Bad Frankenhausen liegt im Kyffhäuserkreis am Südhang des Kyffhäusergebirges und zählt rund 9.200 Einwohner. Die Stadt erstreckt sich über knapp 120 km² und umfasst Ortsteile wie Udersleben, Seehausen, Esperstedt, Ringleben, Ichstedt, Badra, Bendeleben, Reinsdorf und Göllingen. Geografisch liegt Bad Frankenhausen zwischen Sondershausen (ca. 20 km), Sangerhausen (ca. 30 km) und Artern (ca. 15 km). Das Relief ist geprägt durch die Kyffhäuser-Karstlandschaft, Trockenhänge, Kalkplateaus und Auenräume. Die Innenstadt liegt auf etwa 145–170 m über NN, während die Höhenzüge rund um den Kyffhäuser bis ca. 475 m erreichen. Die Solequellen und die geologische Anomalie am Kirchturm („schiefer Turm von Bad Frankenhausen“) sind regionale Besonderheiten, die aus tektonischen Salzbewegungen resultieren und das Landschaftsbild prägen.
Bad Frankenhausen verfügt über mehrere Kindertagesstätten, u. a. „Bummi“ (städtisch), „Käthe Kollwitz“, „Spatzennest“ sowie Einrichtungen in den Ortsteilen. Die Kitas bieten Krippen-, Kindergarten- und teilweise Hortbereiche, ergänzt durch Tagespflegeangebote. Schulisch existieren eine Grundschule sowie die Thüringer Gemeinschaftsschule Kyffhäuser, die die Klassenstufen 1–10 abdeckt und durch Ganztagsangebote, Schulsozialarbeit und Kooperationen erweitert wird. Für gymnasiale Schulwege besteht Anschluss über Gymnasien in Sondershausen oder Artern, die per Schülerverkehr erreichbar sind. Zusätzlich gibt es eine Musikschule, verschiedene Sportvereine mit Kinder- und Jugendabteilungen, eine Stadtbibliothek und Fördervereine, die Freizeit- und Kulturformate unterstützen. Insgesamt ist die Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur für eine Kleinstadt vollständig und auf kurze Wege ausgelegt.
Die Region ist regional über Straßen- und Busverkehr angebunden. Hauptachsen sind die B85 (Kelbra – Passad) und die B4 (Nordhausen – Sondershausen – Erfurt). Der zentrale Busbahnhof bildet den ÖPNV-Knoten; Buslinien wie 450, 451, 452, 454, 455 und 458 verbinden Bad Frankenhausen u. a. mit Sondershausen, Artern, Sangerhausen, Kelbra, Roßla und den Kyffhäuser-Ortsteilen. Ergänzend existieren Schülerlinien im morgendlichen und nachmittäglichen Takt. Bahnverkehr existiert heute nicht mehr im direkten Stadtgebiet; nächstgelegene Bahnhöfe sind Artern (RB nach Naumburg/Sangerhausen) oder Sangerhausen (RE/IC/ICE Richtung Leipzig/Erfurt/Halle). Für Pendelverkehre zu Arbeits- und Schulstandorten ist das Busnetz entscheidend. Die Innenstadt ist fußgängerfreundlich ausgebaut, medizinische Versorgung erfolgt u. a. über ein regionales Klinikzentrum, Apotheken, Pflege- und Kurhäuser sowie Kurkliniken aufgrund des Status als Heilbad mit Soleanwendungen.
Bad Frankenhausen verbindet Geschichte, Heilbadtradition und Naturraum. Die Stadt ist Teil des Kyffhäuser-Tourismusraums mit Sehenswürdigkeiten wie Kyffhäuserdenkmal, Barbarossahöhle, Soletherme, Panorama Museum (Bauernkriegspanorama von Werner Tübke) sowie musealen und architektonischen Besonderheiten. Die geologische Besonderheit des schiefen Turms und die Solequellen prägen den Kur- und Gesundheitsstandort. Outdoor-Angebote umfassen Wanderwege, Radwege und Karstlandschaften; der Kyffhäuser wird zudem für Bergzeitfahren, Mountainbiking und Wandertouren genutzt. Kulturhistorisch besitzt Bad Frankenhausen überregionale Bedeutung durch die Bauernkriegsgeschichte (1525). Gleichzeitig sind Wohnkosten niedriger als in urbanen Zentren Thüringens; die Nähe zu Erfurt und Halle öffnet Arbeits- und Bildungsräume. Die Kombination aus Wellness, Landschaft, Geschichte und Kultur erzeugt ein attraktives Standortprofil für Familien, Tourismus und Lebensqualität im ländlich-städtischen Übergang.
Die soziale Struktur der Stadt wird durch sportliche, kulturelle und traditionelle Vereine, Seniorenangebote, kirchliche Gruppen und Kurveranstaltungen getragen. Sportvereine bieten Fußball, Kegeln, Schützenwesen, Tischtennis und Breitensport. Kulturelle Vereine und Fördervereine wirken an Museen, Kurhausveranstaltungen und Festspielen mit; regelmäßige Events wie Kurkonzerte, Bauernkriegsgedenken, Kyffhäuser-Marathon, Oster- und Weihnachtsmärkte sowie Stadt- und Vereinsfeste schaffen Anlässe für Begegnung. Für Jugendliche existieren Jugendtreffs und Vereinsgruppen; für Senioren bieten Kirchen, AWO und Stadt soziale Treffpunkte und Ausflüge an. Aufgrund des Kurortstatus ist der Anteil externer Gäste hoch, sodass die Stadt auch temporäre soziale Netzwerke bildet. Die Mischung aus Vereinen, Kurleben, generationsübergreifenden Angeboten und Ortsgemeinschaften schafft strukturierte Kontaktpunkte.
Bad Frankenhausen unterstützt Vereine, Kulturträger und soziale Akteure durch kommunale Zuschüsse, die auf Antrag vergeben werden und Material-, Veranstaltungs- oder Betriebskosten kompensieren können. Zusätzlich werden Kur- und Kulturprojekte über Förderprogramme im Kurwesen, Tourismus und Marketing kofinanziert. Städtebaulich nutzt die Kommune Bund/Land-Programme wie Städtebauförderung, EFRE, Tourismusförderung, Barrierefreiheits- und Klimamittel, um Kurparks, Thermenbereiche, Altstadtquartiere und Freiraumprojekte zu modernisieren. Unternehmen werden über die kommunale Wirtschaftsförderung beraten; Förderberatung erfolgt zu Thüringer Landesprogrammen, Bundesmitteln, EU-Programmen (z. B. EFRE/ELER) sowie touristischen Spezialprogrammen. Mikroprojekte in Vereinen und Ortsteilen können über kleinteilige Zuschussfonds gestützt werden. Das System unterstützt sowohl kurbezogene Infrastruktur als auch bürgergesellschaftliche Engagementfelder.